Rechtenbach im Spessart

Kultur - Laabduuch

De Wääch wörd gelaabd.
De Wääch wörd gelaabd
Von links: Anne Kiefer, Agnes Madre und Hedwig Durchholz

Laabduuch
Doas Laab der Rächtenboacher
Laabrächd
Holzrächd
Bildergalerie

Laabduuch

Kulturfest 2011: Labbfra Elli Bartel

Kulturfest 2011: Labbfra Elli Bartel



 
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Doas Laab der Rächdeboacher

Früher, vor mehreren Jahrzehnten, wurde das Laub im Wald zusammengerecht und in den Ställen als Einstreu verwendet. In einer Verordnung ist im Detail geklärt, wann und wie oft das Laub im Wald gesammelt werden durfte.
Wer außerhalb dieser Zeiten Lauben war, beging Diebstahl. Wer hierbei vom Förster auf frischer Tat ertappt wurde musste mit einer Strafe rechnen. Da es meistens Frauen waren, die zum Lauben in den Wald gingen, wurden sie vom Förster auch mal vor die Alternative "Buch oder Tuch" gestellt.



 
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Laabrächd

Laabduuch Kulturfest 2011: Labbfra Elisabeth Höhlein
In der fortschrittlichen bayerischen Zeit kam die Stallfütterung auf. Im Stall braucht das Vieh ein trockenes Lager. Um den Mist zu binden und die Sudel aufzusaugen streuten die reichen Frankenbauern Stroh unter, die armen Spessarter verfütterten ihr Stroh. Wieder mußte der Wald herhalten. Als Ersatz für das Stroh streuten sie abgefallenes Buchenlaub ein. Zur Mainzer Zeit — arm an Mensch und Vieh - hielt sich das Streurechen in Grenzen - seit 1860 gestand Bayern sämtlichen Eingeforsteten das Recht zu, die zum Bedarf nötige Streu zu beziehen, und zwar "auf die möglichst unschädliche Weise". Die waldschonende Ausübung regelte ein eigener Streunutzungsplan. Die Gemeinde beantragte alljährlich die Abgabe, worauf der Förster die Fläche anwies und mit Strohseilen verhängte. Die Verteilung der Streu an die Rechtler blieb der Gemeinde überlassen. Im Revier Lohrerstraße waren nur Rechtenbach und Neuhütten berechtigt.

1965 löste die Gemeinde ihr Weiderecht freiwillig ab, gegen eine Geldabfindung von 9750,— DM. Lange vorher hatten die Frauen die Kötze stehen lassen und keinen Grasschein mehrverlangt.
Immer seltener hängten die Rechtler das Streutuch in den Leiterwagen. 1957 hatten sie 1600 rm Waldstreu heimgefahren, 1966 nur noch 476 rm. Seit 1950 gab die Forstverwaltung Stroh aus, als Ersatz für die Streu. Lastwagenweise kam es jeden Herbst aus dem Frankenland, bis niemand mehr wußte wohin mit den Bürden und Büscheln. Schließlich stimmte die überwiegende Mehrheit der Rechtler für die Aufgabe des Streurechtes. 1968 wurde es abgelöst gegen die stattliche Geldabfindung von 94176,- DM.



 
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Holzrächd

Holzrechd
Ein sellten gewordenes Bild im Spessart. Die Nutzung der verbrieften Oberholzrechte. Der Staatsforst möchte sie deshalb gerne ablösen.

Das den Glasern zugestandene Ur- und Leseholzrecht sicherten sich die Rechtenbacher auch in bayerischenZeit, trotz aller Anfechtungen. Ja, es gelang ihnen sogar die Erweiterung um das Oberholzrecht. Jetzt waren sie befugt, abgestorbenes, stehendes und liegendes Holz sowie das bei den regelmäßigen Hieben übrig gebliebene Ast- und Gipfelholz in genau festgelegter Zollstärke sich anzueignen. Für den Hausbrand reichte es allemal.
Diese Spessarter Forstrechte blieben umstritten die ganze erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, bis die Parteien sich schließlich verglichen. Im berühmten Spessarter Forstrechtsvergleich von 1869 hat sich Rechtenbach als forstberechtigte Gemeinde behauptet.



 
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Bilder von früher …

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Bilder: Chronik 300 Jahre Rechtenbach

… und vom Kulturfest 2011

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Bilder: Kulturfest 2011



 
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